01 Warum die Terminkette wichtiger ist als der Räumungstag
Eine Auflösung steht fast immer unter einem festen Datum: Der Mietvertrag endet zum Monatsletzten, die Wohnung wird an einem bestimmten Tag übergeben, der Notartermin steht. Wer von diesem Datum aus vorwärts plant, hat keinen Puffer. Wer von ihm aus rückwärts plant, hat einen.
Wir rechnen deshalb zurück: Übergabe minus ein bis zwei Tage für Nacharbeiten, davor die Endreinigung, davor die eigentliche Räumung, davor die Sichtung des Persönlichen, davor das Aufmaß. Bei einem durchschnittlichen Haushalt ergibt das eine Kette von etwa zwei Wochen, bei einem Haus mit Nebengebäuden auch drei.
Der Grund für den Puffer ist Erfahrung. Bei fast jeder Auflösung taucht etwas auf, das nicht vorgesehen war: eine verschlossene Kammer, ein Bodenbelag, der bei der Übergabe beanstandet wird, eine Menge, die größer ist als sie aussah. Ein Tag Reserve löst das. Kein Tag Reserve macht daraus einen Streit über die Kaution.
02 Zuerst das, was bleiben muss
Bevor der erste Schrank auf den Wagen geht, wird gesichtet. Das gilt besonders, wenn der Haushalt nach einem Todesfall aufgelöst wird und die Familie den Inhalt nicht mehr kennt. Diese Dinge suchen wir gezielt und legen sie beiseite, statt sie im Räumgut zu vermuten.
- Ausweise, Urkunden, Verträge, Versicherungsunterlagen und Bankpost
- Fotos, Alben, Briefe und Filme, auch wenn sie in Kisten ohne Beschriftung liegen
- Schmuck, Uhren, Münzen und Bargeld, häufig in Schubladen und Schrankfächern
- Schlüssel jeder Art, Fahrzeugpapiere und Garantieunterlagen
- Datenträger, Rechner und Telefone, die vor der Entsorgung gelöscht gehören
03 Wenn Angehörige entscheiden müssen
Sehr oft beauftragt uns nicht die Person, deren Haushalt aufgelöst wird, sondern die Familie. Manchmal ist eine Erbengemeinschaft beteiligt, und mehrere Menschen an verschiedenen Orten müssen sich einigen. Wir richten uns darauf ein: Das Angebot geht schriftlich an alle Beteiligten, jede Position ist einzeln aufgeführt, und wir beginnen erst, wenn die beauftragende Person das freigegeben hat.
Wir empfehlen dabei einen Rundgang mit Fotos, bevor geräumt wird. Wer nicht vor Ort war, kann sonst später nicht nachvollziehen, was in welchem Zustand vorgefunden wurde. Diese Fotos machen wir ohnehin, und Sie bekommen sie unabhängig davon, ob jemand danach fragt.
Was wir nicht tun, ist die Familie bei ihren Entscheidungen zu vertreten. Ob ein Möbelstück verkauft, verschenkt oder entsorgt wird, ist keine Frage an den Umzugsbetrieb. Wir sagen, was ein Stück im Abtransport bedeutet, und der Rest wird ohne uns besprochen.
04 Verwertbares, Übergabe und was die Verwaltung sehen will
Nicht alles, was in einem Haushalt steht, ist Abfall. Möbel in gutem Zustand, brauchbare Geräte, Werkzeug und gelegentlich Sammlungen haben einen Wert. Wir sichten das und rechnen an, wo sich ein Käufer findet. Versprechen kann das niemand seriös, deshalb steht es als Möglichkeit im Angebot und nicht als fester Abzug.
Bei der Übergabe zählt am Ende ein einziger Zustand: besenrein. Das heißt geräumt, gefegt, ohne Rückstände in Ecken, Schränken und Nebenräumen, mit ausgehängten Vorhangschienen dort, wo sie zur Ausstattung des Mieters gehörten. Löcher schließen, streichen oder Böden erneuern sind Malerarbeiten und gehören nicht zu unserem Auftrag; wir sagen Ihnen aber vorher, was voraussichtlich beanstandet wird.
Auf Wunsch nehmen wir gemeinsam mit der Hausverwaltung oder dem Käufer ab. Das ist der ruhigste Weg, weil eine Beanstandung dann im selben Moment geklärt wird, in dem sie entsteht, und nicht per Brief drei Wochen später.
05 Wie wir den Aufwand beziffern
Grundlage ist das Volumen. Geräumt wird nach Kubikmeter ab ab 39 €; bei kleineren oder unklaren Mengen rechnen wir nach Aufwand ab ab 15 € je Stunde. Bei einer vollständigen Auflösung ist die Volumenrechnung fast immer die günstigere, weil das Aufmaß hier belastbar ist.
Was in die Familie geht, wird wie ein Umzug gerechnet: der Lastwagen samt zwei Trägern zu ab 48 € je Stunde, der Kastenwagen für kleinere Mengen zu ab 44 € je Stunde. Ein zweiter Lastwagen im selben Auftrag kostet 24 € je Stunde, was sich bei großen Häusern rechnet, weil sonst mehrfach gefahren wird.
Soll ein Teil des Hausrats zunächst bleiben, weil die Familie sich noch nicht einig ist, verwahren wir ihn tageweise: 5 Kubikmeter zu ab 9 € am Tag, 10 Kubikmeter zu ab 15 € am Tag, 20 Kubikmeter zu ab 25 € am Tag. Die spätere Anlieferung an eine Wunschanschrift steht mit ab 89 € je Fahrt je Fahrt daneben. Der Ausbau einer Einbauküche wird mit ab 249 € berechnet.
Für Fahrten innerhalb von Märkisch-Oderland kommt kein Anfahrtsposten dazu. Geht es darüber hinaus, weisen wir ihn vorab beziffert im Angebot aus.
06 Der Ablauf über die gesamte Kette
Bei einer Auflösung hängt mehr am Termin als bei jedem anderen Auftrag. Deshalb steht die Reihenfolge schriftlich fest, bevor der erste Wagen kommt.
- Anfrage mit Anschrift, Größe des Haushalts und dem festen Übergabetermin
- Kostenloses Aufmaß in allen Räumen samt Keller, Dachboden und Nebengebäuden
- Angebot mit Volumen, Terminkette und getrennt ausgewiesenen Zusatzpositionen
- Sichtungstermin: Persönliches sichern, Verwertbares bewerten, Fotos anfertigen
- Räumung, je nach Größe an einem oder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen
- Endreinigung besenrein, Nacharbeiten im Pufferfenster, danach Übergabe